Babyzeit,  Leben mit Kind

Erfahrungsbericht zur Kita-Eingewöhnung

Heute startet die vierte Woche der Eingewöhnung unserer kleinen Maus in der Kita. Und was soll ich sagen, ich bin wahnsinnig beeindruckt und unglaublich stolz auf meine Kleine. Aber der Reihe nach…

Anfang Mai war es soweit, der erste Tag der Eingewöhnung stand bevor und während C noch nicht wirklich wusste, was nun ansteht, war ich doch schon ein wenig (gut, das ist vielleicht auch untertrieben :-)) aufgeregt, vor dieser großen Veränderung in unserem Alltag.Die vergangenen 12 Monate, also quasi C’s ganzes bisheriges Leben, sind wir eine Einheit. Sicherlich gab es unsere „Date Nights“ bei denen Papa und Mama einfach Michael und Susanne waren und ein paar Stunden zu zweit unterwegs waren. In der Zeit war meine Mama dann bei unserer Maus. Aber nun wird sie ein Kita-Kind. Verrückt.

Vor dem ersten Tag gab es bereits ein paar Dinge vorzubereiten. Die Kita gab uns eine kleine Liste mit Dingen, die für die Kleinen in der Kita bereitgehalten werden sollen. Neben den Basics wie Windeln oder anderen Toilettenartikeln, sollte Wechselkleidung mitgebracht werden, die mit dem Namen versehen sein sollte. Klassischerweise dann noch die Matschklamotten, Mützen für die verschiedenen Wettersituationen und Temperaturen sowie Badesachen im Sommer.

Dazu gab es dann noch ein kleines Büchlein, das mit Bildern von der Familie gestaltet werden sollte. Somit gibt es für die Kinder immer ein persönliches Büchlein mit Bildern der wichtigsten Bezugspersonen und Vertrautem, in Momenten, wo die Kinder genau dies benötigen.

Dann war es soweit. Am ersten Tag begann die Eingewöhnung um 10:30 Uhr mit einer Stunde, in der wir die Gruppe besuchten und die Kleine alles erstmal ganz in Ruhe beschnuppern konnte. Das war natürlich nicht das erste Mal, dass wir uns in der Kita umschauten. Neben einem Informationsabend, den wir alle drei besuchten, gab es nach Zusage der Kita ein Aufnahmegespräch. Das fand zwischen uns und der Erzieherin statt, die die Eingewöhnung machen würde. Das Gespräch gab uns die Möglichkeit die Erzieherin kennenzulernen, was spricht sie, wie geht sie auf C zu. und ganz wichtig, wie reagiert C auf sie und wie fühlen wir uns dabei.
Wie ich an anderer Stelle bereits beschrieben habe, wird in der unserer Kita das geschlossene Konzept gelebt. Sicherlich treffen die Gruppen (insgesamt gibt es sieben) zu Teilen in den freien Spielphasen auch im Garten aufeinander. Aber ansonsten verbringen die Kinder ihren Kitatag mit ihren Erzieherinnen in ihrer Stammgruppe.

Die Eingewöhnung verläuft nach dem Berliner Modell. Es ist eine schrittweise Gewöhnung des Kindes an die weitere Bezugsperson – die Erzieherin in der Kita sowie die Trennung für mehrere Stunden von den Eltern. Für die Dauer der Eingewöhnung nach dem Berliner Modell gibt es keine pauschale Angabe, es wird wirklich ganz individuell auf die Bedürfnisse des Kindes geschaut. Ein ganz wichtiger Aspekt für mich. Denn wer uns kennt, weiß, dass unsere Maus eine sehr starke Bindung zu ihrem Papa und mir hat. Mir war klar, dass wir hier keine Eingewöhnung von 2 Wochen haben werden.

In der ersten Woche erfolgte keine Trennung. Sowohl C als auch ich hatten in den ersten Tagen viel Zeit alles in Ruhe anzuschauen. C beobachtete die anderen Kinder ganz aufmerksam, suchte aber immer wieder den engen Kontakt zu mir. Und ich konnte mir auch einen Eindruck machen, wie der Umgang in der Gruppe ist. Wie gehen die Betreuungspersonen mit den Kindern um, wie agieren die Kinder miteinander, welche Rituale und täglichen Abläufe gibt es.

Besonders beeindruckt hat mich eine Situation am zweiten (!) Tag. Eine junge Erzieherin begegnete uns in der Einrichtung und begrüßte uns: „Hallo, du bist bestimmt C…“ Wow, dachte ich, die wissen hier ganz genau, was gerade so los ist. Sicherlich, war es eine Erzieherin der gleichen Etage, die sich untereinander viel abstimmen, aber dennoch hat es mich sehr beeindruckt und mir ein wirklich gutes Gefühlt gegeben.
Die erste Trennung erfolgte an Tag 6. Ich kommunizierte ganz klar, dass ich mich nun für 10 Minuten verabschiede und nach draußen gehe.
Am Ende der zweiten Woche hatten wir eine Trennungszeit von 25 Minuten. Heute nach vollen drei Wochen verbringt sie bereits dreieinhalb Stunden alleine in der Kita. Sie nimmt am Morgenkreis teil, frühstückt, spielt und isst zu Mittag. Sie ist sehr entspannt, wenn ich sie hinbringe und an der Tür zum Gruppenraum an unsere Eingewöhnungserzieherin übergebe und auch ganz entspannt, wenn ich sie wieder abhole. Vermutlich werden wir die Eingewöhnung in der nächsten Woche beenden. Dann bringe ich C bis August für insgesamt von 16 Wochenstunden verteilt auf drei Tage in die Kita. Ab September dann 6 Stunden am Tag.

Ich habe mir lange Gedanken gemacht, welche Betreuung denn die Richtige sein würde. Vielleicht doch die Tagesmutter, die die Kinder, maximal fünf, in ihrem eigenen Zuhause und damit meist einem familiären Umfeld, betreut oder doch die größere Kindertagesstätte mit einer größeren Gruppe, in der sich unsere Maus mit bereits einem Jahr einfinden wird. Zum jetzigen Zeitpunkt und mit der nun gerade gesammelten Erfahrung kann ich sagen, dass ich sehr froh um die von uns getroffene Entscheidung bin.

Sicherlich weiß man vorher nicht, wie es laufen wird. Aber man kann, so denke ich, auch etwas dafür tun, dass es gut funktioniert und das eigene Kind mit dieser großen Veränderung umgehen kann.

Rückblickend möchte ich einmal zusammenstellen, was aus meiner Sicht und aus der jetzt frisch gemachten Erfahrung dazu beigetragen hat, das wir nun die Eingewöhnung in der Krippe nächste Woche abschließen können.

Ich denke, es spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

  • Fachlich betrachtet, finde ich das Berliner Modell eine sehr gute Möglichkeit, die vor allem eine ganz individuelle Gestaltung zulässt, bei der das Kind absolute Priorität hat. Egal wie schnell ein Kind sich in der Einrichtung eingewöhnt oder ob es vielleicht mehr Anlauf braucht, es wird von Seiten der Einrichtung genau darauf eingegangen und entsprechend agiert.
  • Und dann ist die Erzieherin, die zukünftig eine weitere Bindungsperson werden soll, ganz wichtig. Ich bin überzeugt, dass die Betreuungspersonen in unserer Kita fachlich in der Lage sind, Kinder unabhängig von der Dauer erfolgreich einzugewöhnen. Aber neben der fachlichen Qualifikation muss auch das Zwischenmenschliche passen. Zwischen dem Kind und der Betreuerin sowie auch uns Eltern und der Betreuungsperson. Wenn ich bei unserer Kleinen gemerkt hätte, dass sie die Erzieherin ablehnt, dann hätte ich mich dafür eingesetzt, dass die Eingewöhnung von einer anderen Erzieherin übernommen wird. Gleiches gilt für mein Bauchgefühl gegenüber der Erzieherin. Weil das würde die Kleine ja auch spüren.
  • Und dann ist das eingewöhnende Elternteil ganz wichtig. In unserem Fall war ich das. Stehe ich hinter der Entscheidung für die Kita? Habe ich ein gutes Gefühl bei der Einrichtung, bei der Erzieherin dem Team? Fühle ich mich wohl, sodass ich mein Kind, das Wertvollste was ich habe, ohne Bedenken dort lasse, nach 12 Monaten nahezu komplettem Zusammensein? Kommuniziere ich dies auch ganz klar und verlässlich? Traue ich das meinem Kind zu? Glaube an ein entspanntes Kind mit Abschluss der Eingewöhnung? Hab ich ein gutes Gefühl dabei?
    Ich kann diese Fragen alle mit einem klaren ‚Ja‘ beantworten und das, so denke ich, spürt unsere Maus.

Wie sind eure Erfahrungen rund um die Eingewöhnungen eurer ersten Kinder? Wird das beim zweiten einfacher oder anders? Ich bin gespannt.

Alles Liebe,
Susanne

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